da muss ich voll zustimmen - dir und dem song. samy hatte es aber schon immer drauf, songs zu machen, die zielgruppenfremde höhrer gut finden. halt nen künstler und nicht nen proll/püppchen/whatever
so schwankt man also immer zwischen utopie und "konstruktiver kritik": mal feiert man den laden ab, der die kontradiktischen verhältnisse und interessen schafft, und sieht die staatliche garantie auf akstrakte freiheit, privateigentum und gleichheit als humane und erwürdige errungenschaften an. wenn dann aber mal wieder die reale freiheit betrachtet wird, wenn auffällt, dass das recht auf leben noch lange keine lebensmittel gibt, dann wird das als versagen einzelner und zu fehler im eigentlich guten system aufgefasst. mit dieser gewollten perspektive auf den laden bzw. mit dieser idiologischen annahme der verhältnisse spart man sich jegliche ernsthafte kritik, die fundamental und darum auch dekonstruktiv ist, und hat absolut gar nichts verstanden. da wird von gegenständen wie dem rassismus (die herr deluxe nach eigenen aussagen schon oft miterlebt hat) bis hin zur überwachung des bürgers (was für die "kritische" linke, die sich von heise-online-foren über studenten-proteste bis zu antifa-demos erstreckt) alles als charakterfehler und böse absichten einzelner verstanden, anstatt sie als notwendigkeiten einer einrichtung erklären zu können, die den verwertenden wert ermöglicht und aufrecht erhält.
Kommentare